Felgen

Die Auswahl der Felge ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Einsatzzweck / Fahrweise
  • Körpergewicht
  • Reifenbreite / Tubeless-Eignung
  • Fahrleistung
  • Kompatibilität zu einem schon vorhandenen Laufradsatz

Die Empfehlungen zu Felgen haben wir für eine bessere Übersichtlichkeit in Rennrad-, Trekking- und MTB-Felgen gegliedert.

Das Felgenmaß von MTB 29er Felgen und klassischen 28“ Rennrad- oder Trekkingfelgen ist identisch. Im Laufradkonfigurator sind  ‚echte‘ 29er Felgen (hier sind alle 28″ Disc-Felgen aufgeführt) und klassische Rennrad- und Trekking-Felgen (für Felgenbremsen) der Übersichtlichkeit halber getrennt. Der Trend zu disc-gebremsten Rennrädern mit ebenfalls zunehmenden Reifendimensionen wird diese Trennung allerdings mittelfristig wieder aufheben.

Alle Gewichtsempfehlungen beziehen sich auf das Fahrergewicht inklusive Ausrüstung und ggf. dauerhaft vorhandenem Gepäck – ohne das Fahrradgewicht.

 

Rennrad-Felgen

Klassische Rennrad-Felgen sind meist bis 28 mm – einige Modelle (z.B. DT RR 440 und DT RR 585) auch bis 35 mm – Reifenbreite freigegeben.

Die meisten von uns aufgebauten Rennrad-Laufradsätze haben am Vorderrad 28 Loch und am Hinterrad 32 Loch. Fahrer bis ca. 80 – 85 kg können können auch 24 Loch am VR und 28 Loch am HR fahren – 36 Loch sind erst bei Belastungen über 120 kg notwendig.

Leichtere Felgen (z.B. DT RR 411, RR 440 oder Mavic Open Pro) empfehlen wir bis ca. 85 – 90 kg – die sehr stabile DT RR 585 Felge ist bis ca. 115 -120 kg geeignet – für noch höhere Belastungen empfehlen wir die auch in 36 Loch erhältliche Ryde DP 18 Felge.

Für geklebte Schlauchreifen empfehlen wir Ambrosio Nemesis-Felgen für Fahrer über 85 kg – leichtere Fahrer können auch Mavic Open Pro tubular oder Ambrosio Chrono F20 Felgen einsetzen.

 

Trekking- und Reiserad-Felgen

Klassische Trekkingfelgen haben meist eine Maulweite von 19 mm. Breitere Felgen (z.B. Ryde Andra 40 oder Big Bull) sind erst bei Reifenbreiten über 2,1″ bzw. 55 mm sinnvoll.

Bis 95 – 100 kg sind 32 Speichen absolut ausreichend. Für höhere Belastungen empfehlen wir 36 Speichen – eine stabile Felge vorausgesetzt, genügen 36 Speichen sogar den extremen Belastungen eines Tandems oder Reiseradlern, die mit viel Gepäck unterwegs sind.

Laufräder mit 40 oder gar 48 Loch sind sehr exotisch und die Naben- und Felgenauswahl ist sehr eingeschränkt. Bei extrem schweren Fahrern und entsprechender Verfügbarkeit der Komponenten (z.B. DT 540 Tandem Naben, Rigida/Ryde Felgen in 40 Loch) macht das noch Sinn. Felgen und Naben mit 48 Löchern sind letztlich wie ‚Schweizer Käse‘ und durch die zusätzlichen Bohrungen mehr geschwächt, als der Zugewinn an Speichen wieder gutmachen könnte.

Die beste Verarbeitungsqualität haben am Stoß geschweisste Felgen wie DT TK 540 oder Mavic A 719 – diese empfehlen wir bis ca. 115 kg. Etwas höher belastbar sind die DT 535 oder Mavic A 319 Felgen. Für Belastungen über 120 kg empfehlen wir Rigida / Ryde Sputnik, Andra 30 oder Andra 40 Felgen.

 

MTB-Felgen (26″, 27,5″ / 650B und 29er)

Zunehmend breitere Reifen erfordern auch breitere Felgen. Als minimale sinnvolle Felgenbreite gelten 24 mm für 2,25“ Reifen (19 mm Maulweite) und 28 mm für 2,4“ Reifen (21 mm Maulweite).

Mit dem Aufkommen der Tubeless-Ready Felgenprofile sind die Felgen, in Relation zu der tendenziell zunehmenden Maulweite der Felgen, dennoch eher leichter geworden. Dies hängt zum einem mit der Verwendung neuer Alu-Legierungen zusammen; Felgenquerschnitte konnten belastungsgerecht verändert werden; die Wandstärken konnten reduziert werden; der zunehmende Verzicht auf Einzel- oder gar Doppel-Ösen brachte weitere Gewichtseinsparungen.

Bei sinnvoller Konstruktion (das gilt für praktisch alle Tubeless-Ready Felgen), sind ungeöste Felgen nicht weniger belastbar oder haltbar wie geöste Felgen.

Bei 29er Felgen raten wir ganz eindeutig zu 32 Speichen – Laufräder mit 28 Speichen sind spürbar weniger steif und empfindlicher bei starken Querbelastungen (dies gilt auch für Vorderräder und leichtere Fahrer). 26″ und 27,5″ Laufräder können für Fahrer bis ca. 80 kg auch in 28 Loch aufgebaut werden – 36 Speichen sind erst bei Belastungen über 110 – 120 kg notwendig.

Zu beachten ist jedoch: je schmaler und leichter Felgen sind, desto anfälliger sind sie gegenüber Seitenschlägen und desto geringer ist ihre Langlebigkeit.

Wir empfehlen leichte CC / Marathon-Felgen (z.B. DT XR 331, XR 361 oder NoTubes ZTR Crest MK3) bis ca. 80 – 85 kg. ‚Mittlere‘ AM-Felgen (z.B. DT XM 401, XM 421 oder Notubes ZTR Arch MK3) empfehlen wir bis ca. 95 kg. Tubeless-Ready Enduro Felgen (z.B. DT EX 471, EX 511, ZTR Flow MK3 oder Syntace W35) empfehlen wir bis ca. 115 – 120 kg. Für noch höhere Belastungen sollten 36 Loch Felgen verbaut werden (z.B. Mavic EX 729 oder Ryde Sputnik oder Andra 30 / 40).

Felgengebremste 26″ Felgen sind im sportlichen Bereich praktisch verschwunden. Hier gelten im Prinzip die Empfehlungen für Trekkingfelgen. DT 535 Felgen empfehlen wir bis ca. 115 kg – noch höher belastbar sind Rigida / Ryde Sputnik oder Andra 30 und Andra 40 Felgen.

 

carbon

Wir verbauen keine Carbon Felgen

Fakten:

Mit Carbon und in Carbonoptik kann man tolle Sachen machen. Motorhauben für Autos, Seitenspiegel für Motorräder, Ziffernbätter für Uhren, aber bitte keine Fahrradfelgen, die Verwendung im Gelände finden, oder deren Bremsflanke aus Carbon ist!

Dass es beim Rennrad Unsinn ist, auf einer Carbonflanke zu bremsen wurde unlängst wieder in diversen Tests bestätigt. Eine Ausnahme mögen extrem versierte Fahrer oder Rennfahrer sein, die auf abgesperrten Strassen untewegs sind.

Beim Einsatz im Gelände sind Carbonfelgen tickende Zeitbomben. Im Gegensatz zu einer Alufelge, die im Falle eines Durchschlags oder dgl. sofort das ‚richtige Ergebnis‘, sprich eine Deformation zeigt, sieht die Carbonfelge oftmals zunächst unbeschädigt aus und lässt sich schlimmstenfalls mit ihrer Reaktion Zeit … Das ist das tückische – … ich fabriziere heute im Wald einen Einschlag auf eine Wurzel und erst Wochen später fliegt mir – scheinbar unvermittelt – die Carbonfelge um die Ohren.

Im MTB Bereich gibt es für nahezu jede Carbonfelge eine entsprechende Alternative in Alu, die in jedem Fall deutlich preiswerter ist und zumeist kaum mehr wiegt – in manchen Fällen ist eine Alufelge sogar leichter. Einzig bei Rennradfelgen mit Profilhöhen um 40mm und mehr haben die Carbonprofile ein Alleinstellungsmerkmal.

 

Wir verbauen Felgen folgender Hersteller

DTSwissWPDT Swiss

Alle geschweissten Felgen in perfekter Verarbeitung. Mittlerweile die Referenz selbst bei den Tubeless-Ready Felgen (XR331/XM401/XM481/EX471/… – Varianten) Breite, moderne Rennrad Felgen mit Tubeless-Option (RR 411/RR511) finden sich ebenso im Programm wie der Klassiker RR585 für den schwergewichtigen Rennradfahrer.

RydeRyde / Rigida

Die Rigida Sputnik war die letzten Jahre /Jahrzehnte sicherlich die haltbarste und stabilste Felge auf dem Markt. Sicher nicht die Felge, die durch 100 % perfekten Rundlauf, gleichmässigste Speichenspannungsverteilung, oder herausragende Verarbeitungsqualität besticht. Aber: für Reiseradler, Schwergewichte und extreme Alltagsradler top.

Die Felgen der Andra Baureihe sind ebenso robust, genausowenig leicht, haben aber richtungsweisende Bohrungen und richten sich damit an alle Fahrer, die eine Rohloff Nabe, eine Nabe mit relativ grossem Flansch (Getriebenabe, Nabenmotor) fahren und dann davon profitieren, dass die Speichenschrägstellung und damit die Bruchgefahr der Speiche deutlich reduziert wird.

mavicneuMavic

Vor Jahren noch die unbestrittene Nr. 1 im Felgenbereich – mittlerweile eher ein wenig hinterher, da der Trend zu Tubeless-Ready geeigneten Felgen mit niedrigem und schmalem Felgenhorn ebenso verschlafen wurde wie die Reaktion auf Zunahme der Felgendimensionen im MTB- als auch im Rennrad-Bereich. Selbst Klassiker wie Open Pro und CXP33 spielen praktisch keine Rolle mehr.

NoTubesNoTubes

Der Erfinder und Wegbereiter aller heute existierenden Tubeless-Ready Felgen. Top Produkte zu einem vernünftigen Preis-/Leistungverhältnis. Einzige Einschränkung unsererseits: Die angebotenen Rennrad-Felgen verkaufen wir nicht, da es im Rennrad Tubeless Einsatz – ganz vorsichtig ausgedrückt – mit der Felgen-/Reifen-Kompatibilität deutlich schwerwiegendere Komplikationen gibt, als etwa im MTB-Bereich …

Syntace

Syntace

Schwarz, breit, leicht, teuer – Tubeless-Ready optimierte Felgen mit top Verarbeitungsqualität – leider relativ teuer.